Hier eine kurze historische Zusammenfassung, um zu verstehen, was die SST hier eigentlich im Sinne hat und tut.
Die Geschichte mit unseren Klimaschutzaktivitäten beginnt im Jahr 2008. Um den eigenen CO2 footprint zu kompensieren hat die SST sich die CO2 Kompensationsrechte an einer Olivenfarm in Sued Afrika gesichert. Die SST ist eigentlich ein Unternehmen aus der Medizintechnik, wie viele Unternehmen aus der Investitionsgüterindustrie wird viel gefahren und viel Strom verbraucht. All dies verursacht CO2 und dieses CO2 holen wir seit 2008 wieder aus der Luft zurück.
Um ein derartiges Verfahren auch für andere anbieten zu können, wurde die Idee des Klimatalers entwickelt. Ein Klimataler war eine Tonmünze mit einer Seriennummer, die an einen CO2 Produzenten verkauft wird. Für jeweils einen Klimataler hat sich die SST verpflichtet, ausreichend Bäume zu pflanzen, damit eine Tonne des CO2 des Kunden gebunden und langfristig eingelagert wird. Das Prinzip hat technisch gut funktioniert, hat aber bis heute keine wirklich große Resonanz im Markt gefunden.
Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, daß der Begriff Klimataler von anderen Marktteilnehmern belegt war. Diese Marktteilnehmer hatten anfangs einer Nutzung zugestimmt, im Laufe der Zeit aber immer mehr gedrängt, den nicht geschützten Begriff „Klimataler“ wieder zurück zu bekommen. An dieser Stelle wurde dann aus dem Klimataler der Klimafranken.
Nachdem die weitere Schaffung von zertifizierbarer Kapazität für Klimafranken schwieriger war als anfangs erwartet, ging man bei der SST dazu über, die Grundlagen für die eigene „Produktion“ von Klimafranken zu schaffen. Man würde sich also Land in Wüstengebieten organisieren und dort dann Bäume pflanzen, um CO2 zu binden. Diese Bäume sollten dann mittelfristig eingelagert und so das CO2 aus dem Verkehr gezogen werden.
Als erster kritischer Punkt bei dem Verfahren war das Wasser (bzw das Fehlen des Wassers) identifiziert worden. Nachdem das Grundprinzip der SST in dieser Hinsicht ein mit Sicherheit nachhaltiges Vorgehen war, und ist, wurde beschlossen, Verfahren zur Meerwasserentsalzung zu entwickeln.
Im Rahmen dieser Aktivitäten wurden die ersten Solaren Meerwasserentsalzungsanlagen auf Basis von sog Stills (kommt wohl von Destille) zu entwickeln.
Bei der genaueren Untersuchung des Sachverhaltes stellte sich heraus, daß die SST Stills in der Lage sind, 100 % des zugeführten Meerwassers zu entsalzen und somit die Ausbeute im Vergleich zu konkurrierenden Verfahren wie z.B. der Umkehrosmose deutlich zu verbessern. Bei der Umkehrosmose wird praktisch die Hälfte des aus dem Meer entnommenen Wassers wieder in das Meer zurückgeleitet. Das ist erforderlich, da aus technischen Gründen die Entsalzung mit Umkehrosmose ab einer bestimmten Salzkonzentration praktisch nicht mehr sinnvoll möglich ist.
Wie sich herausstellte, führt das Rückleiten der aufkonzentrierten Brine ins Meer nicht nur zu Umweltschäden und Energieaufwand, man wirft auch einen Teil der Inhaltsstoffe weg, der andernfalls genutzt werden könnte. Nach genauer wirtschaftlicher Untersuchung stellte sich heraus, daß Meerwasserentsalzung mit Umkehrosmose Wasser produziert, das im Markt zu einem Preis von 0,5 € pro Kubikmeter angeboten werden kann.
Bei der Meerwasserentsalzung nach dem SST Verfahren (der Begriff Brine Mining kam erst später) fallen zusätzlich zum Wasser noch Salze und andere Stoffe im Wert von mindestens 5,- € pro Kubikmeter Wasser an. Wir haben also mit unserem neuen Entsalzungsverfahren die Wirtschaftlichkeit der Anlagen um einen Faktor 10 erhöht.
Durch diese Änderung wird auch der Anbau von Bäumen zur Absorption von CO2 (wir nennen das zwischenzeitlich Bio CCS) wirtschaftlich sinnvoll. Durch Solares Brine Mining wird der Aufbau von was wir derzeit Carbon Farms nennen wirtschaftlich möglich. Diese Farmen werden allerdings den Großteil ihres Ertrages aus der Vermarktung von Rohstoffen aus dem Brine Mining und nicht aus der Landwirtschaft oder Bio CCS ziehen. In den aktuellen Plänen sind die Erträge aus dem Salz um einen Faktor 10 höher als die Erträge aus Landwirtschaft und CO2 Zertifikaten.
Nachdem ein derartig geniales Verfahren fast zu schön ist um wahr zu sein, wurde aus dem Markt gefordert, das Ganze in Form von Pilotanlagen in der Praktischen Realisierung der Anlagen auch zu beweisen. Deshalb wurde nach diversen kleinen Versuchsanlagen in Deutschland im Herbst 2025 eine größere Pilotanlage auf einer Fischfarm in Süd Marokko installiert.
Bereits während der Installation wurde ein weiterer Aspekt der Gesamtfragestellung immer deutlicher, der Dünger. Um in der Wüste Bäume zu pflanzen benötigt man Nährstoffe für die Bäume, die im Sand der Wüste so nicht verfügbar sind. Der Ansatz, hier mit diversen Verfahren Humus zu erzeugen ist mittelfristig möglich aber sehr langwierig und in der aktuellen Situation eine weitere Baustelle, die die großflächige Pflanzung von BIO CCS Pflanzen weiter verzögern würde.
Die Fischfarm hat dann darauf aufmerksam gemacht, daß Süßwasser das einige Tage in einer Fischfarm verwendet wird, anschließend sehr reich an Nährstoffen ist und sofort zur Bewässerung von Pflanzen auch im Wüstensand verwendet werden kann. Die Verdauungsrückstände der Fische können Humus und Dünger im klassischen Sinne weitgehend ersetzen. Daraufhin wurde das Verfahren des Brine Mining erweitert um die Komponente Süßwasser fließt vor der Verwendung zur Bewässerung von Pflanzen durch den Breeding Bereich der Fischfarm und wird dort mit Nährstoffen angereichert.
Nach einigen Experimenten zu diesem Thema stellte sich heraus, daß die Brine Mining Stills, die eigentlich für andere Zwecke entwickelt wurden, sehr gut geeignet sind, um darin Fische zu züchten. Die Stills sind mechanisch so aufgebaut, daß sie erheblich besser mit Stürmen und anderen Herausforderungen in der Wüste zurechtkommen, als die normalerweise verwendeten Zelte aus Plastikfolie, die permanent repariert werden müssen und immer Gefahr laufen, vom Wind in tausend Stücke gerissen zu werden.
Im Rahmen der Untersuchungen stellte sich weiterhin heraus, daß der Bau von Breeding Stills auf Basis der SST Brine Mining Stills etliche weitere Vorteile mit sich bringt. Die Stills sind modular und können „von der Stange“ angeboten werden. Stills halten 5 mal so lange wie Plastikzelte, Stills benötigen wenig bauliche Vorbereitung. Stills können sehr kurzfristig aufgebaut werden. Sitlls sind so klein, daß üblcherweise die Genehmigung zum Bau entfallen kann oder der Prozess sehr schnell geht weil es ja bereits etliche der Anlagen gibt.
Wegen des immer gleichen Designs ist auch das zu erwartende Verhalten (Temperaturen, Fischproduktion, Energiebedarf, Bedarf an Salzwasser zur Entsalzung, Bedarf an Flächen, Return of Investment) der Anlagen erheblich besser vorherzusagen.
Damit hat das Design der Breeding Still dramatische Vorteile gegenüber Lösungen die jeweils als individuelle Einzelstücke reaslisiert werden. Durch die modulare Bauweise ist auch genau bekannt, wieviel Fisch eine Breeding Still produziert, wieviel Fischfutter dazu erforderlich ist etc. In einem ähnlichen modularen Aufbau kann nur die „Verwendung “ des Fischwassers z.B. zur Produktion von Fischfutter mit Anteilen zum BIO CCS und damit Holzproduktion geplant und implementiert werden. Die Rahmenparameter sind immer die gleichen, von Erkenntnissen und Optimierungen können alle profitieren und es kann sich ein Ökosystem rund um das Thema modulare Fischzuchteinrichtungen entwickeln.
Ein ähnliches Thema ergibt sich im Bereich des Grow Out. Grow out ist das was man beim Rind oder Schwein landwirtschaftlich als Mast bezeichnen würde. Fische werden nicht gemästet sondern im Grow Out zu großen Fischen herangezogen.
Der Grow out für Tilapia erfolgt im Salzwasser, so daß die im Grow out verwendeten Stills neben Fisch auch wieder Süsswasser produzieren werden. Es entsteht hier ein zweiter Kreislauf mit Salzwasser in welchem die Fischjauche auf Salzwasserbasis in ähnlicher Art und Weise verwendet wird, wie die Fischjauche aus der Breeding Still (wo die kleinen Fische geboren werden).
Soviel im Moment zum Verständnis, wie die Technischen Entwicklungen von BIO CCS über Brine Mining hin zur Fischzucht historisch zusammenhängen und wie diese Entwicklungen miteinander verbunden sind.